Musik zur Marktzeit - Vier Hände für ein Hallelujah
Annika Eisenberg (Hüsten) und Kreiskantor Nils Fricke musizieren Werke von u.a. Elgar, Czerny und Cohen an der historischen Orgel der Martinikirche.
Dabei spielen sie den größten Teil des Konzerts vierhändig und -füßig. Aufgrund des begrenzten Platzes am Spieltisch, eine besondere Herausforderung. Gemäß dem Titel erklingt ein modernes Hallelujah, aber auch eine Sonatine und ein Walzer für vier Füße mit Melodieüberraschung stehen auf dem Programm.
Der Eintritt ist frei - Herzliche Einladung!
Annika Eisenberg ist seit 2020 Kantorin in der evangelischen Kirchengemeinde Hüsten. Neben dem sonntäglichen Orgelspiel gehört die Leitung des Kreuzkirchenchores, des Posaunenchores und der Band zu ihren Aufgaben.
Das vierhändige Orgelspiel verbindet das traditionell solistische Instrument mit den Prinzipien der Kammermusik. Während das Zusammenspiel an Tasteninstrumenten im Barock vor allem für Cembalo und Clavichord gepflegt wurde, blieb die Orgel aus baulichen Gründen zunächst Einzelspielern vorbehalten.
Erste Originalwerke für zwei Organisten an einem Spieltisch entstanden im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, vor allem in Deutschland und England. Komponisten nutzten diese Besetzung, um klangliche und kontrapunktische Dimensionen zu erreichen, die das physische Spielvermögen einer Person überstiegen.
Ihren historischen Höhepunkt erlebte die Gattung in der Romantik. Vertreter wie Adolph Hesse und Gustav Merkel schufen ein eigenständiges Repertoire, das die klangliche Farbvielfalt und die dynamischen Möglichkeiten der spätromantischen Orgel ausnutzte. Neben Originalkompositionen dienten vierhändige Bearbeitungen oft dazu, großangelegte Orchesterwerke im Kirchenraum hörbar zu machen.
Aufführungspraktisch stellt die Besetzung extreme Anforderungen an die Koordination. Die räumliche Enge an der Spieltischbank und die Aufteilung von Manualen und Pedal erfordern ein Höchstmaß an Präzision und kammermusikalischer Synchronizität.
