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Mut zum Dachschaden

Liebe Lesergemeinde!

Wenn es irgendetwas gibt, das nicht kaputt sein darf, dann sind das die Dächer unserer Häuser. Einen Schaden am Dach haben, das geht gar nicht.

Insofern ist es wohl die letzte Möglichkeit, die die Freunde eines gelähmten Mannes sehen, um diesen zu Jesus zu bringen. Sie decken das Dach ab und lassen ihn auf einer Trage hinunter in den Raum.
Und Jesus heilt den Gelähmten.

„No- Go“, wie man das heute nennt, das geht gar nicht.Das Dach ist das schützende Etwas über unseren Köpfen, das Sicherheit und Halt vermittelt. Es hat Sturm, Regen, Schnee und Kälte zu trotzen. Ein defektes Dach nötigt zum sofortigen Handeln.

Das Evangelium aus Markus 2,1-12 erzählt nichts von solchen Dingen.

  • Es erzählt von der Not eines Menschen und dem unbedingten Willen seiner Freude zu helfen.
  • Es erzählt von erbetener und erfahrener Hilfe.
  • Es erzählt von Vergebung und Neuanfang.

Vielleicht brauchen auch wir manchmal einen „Dachschaden“, um aufmerksam zu werden auf das, was wirklich dran ist. Vielleicht sagen auch dann Menschen, der hat je einen „Dachschaden“ im Sinne von „der ist ja verrückt“. Die Freunde des Gelähmten waren so verrückt. Sie wagten Unerwartetes und hatten Erfolg.

Sie konnten nicht lange planen, sondern reagierten auf die Situation: „Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten deckten sie das Dach auf… und ließen das Bett hinunter.“(Mk 2,4)

Vielleicht täte auch uns manchmal ein “Dachschaden“ im übertragenen Sinne gut. Verrückt sein, um etwas zu bewegen auf den eingefahrenen Bahnen unseres Lebens. Aus der Enge meines „Lebenshauses“ ausbrechen, den offenen Himmel über mir sehen und die Sterne in all ihrer Pracht. Erst wenn wir bereit sind, einen „Dachschaden“ zu riskieren, kann das Licht Gottes richtig hineinscheinen in unser Lebensgebäude.

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Mittel. Lassen wir uns vom Mut der Freunde des Gelähmten anstecken, um etwas zu verändern. Lassen sie uns zu Trägern werden, die anderen auf ihrem Lebensweg helfen.

Jetzt,
nicht morgen oder übermorgen,
jetzt werden wir gebraucht.

Wo?

Das wird Gott uns schon zeigen, wenn wir den Mut haben zum „Dachschaden“.

Amen.

Photo by Kyaw Tun on Unsplash

Gebet

Herr Gott,


immer wieder fühle ich mich gefangen in meinem Leben:
Oft traue ich mich nicht auszubrechen und Neues zu wagen.
Was werden die anderen von mir denken?
Und doch weiß ich, dass jetzt andere Wege gegangen werden müssen.
Deshalb bitte ich dich,
gib mir Mut zum Ausbrechen aus dem Gewohnten:
Lass mich auf das achten, was die Menschen und die Welt brauchen:
Lass mich handeln auch gegen den Trend.
Und schenke uns allen deinen Frieden.


Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
Und schenke dir Frieden.
Amen.

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